UHH Newsletter

Au­gust 2011, Nr. 29

CAM­PUS

/onTEAM/newsletter/images/medi101313158864.jpg
Durch ge­schick­te Ma­ni­pu­la­ti­on kön­nen Wis­sen­schaft­ler die Ori­en­tie­rung der Ein­zel­ma­gne­te frei ein­stel­len. Foto: UHH/Malte Wein­berg



Kon­takt:

Prof. Dr. Klaus Seng­stock
In­sti­tut für La­ser­phy­sik
Fa­kul­tät für Ma­the­ma­tik, In­for­ma­tik und Na­tur­wis­sen­schaf­ten

t. 040.8998-​5201
e. sengstock@​physnet.​uni-​ham­burg.de

Dr. Pa­trick Wind­pas­sin­ger
In­sti­tut für La­ser­phy­sik
Fa­kul­tät für Ma­the­ma­tik, In­for­ma­tik und Na­tur­wis­sen­schaf­ten

t. 040.8998-​5204
e. pwindpas@​physnet.​uni-​ham­burg.de

Ab­stract bei Sci­ence Ex­press

Ma­gne­tis­mus: Ham­bur­ger Phy­si­kern ge­lingt Ma­ni­pu­la­ti­on von Ma­gne­ten

Man­che er­in­nern sich noch an den Phy­sik­un­ter­richt in der Schu­le: Ma­gne­te rich­ten sich ent­lang der Li­ni­en des Ma­gnet­felds aus. Ein­zel­ne Ma­gne­te in einem Feld um­po­len – das ging nicht. Dass es doch funk­tio­niert, haben jetzt Wis­sen­schaft­ler und Wis­sen­schaft­le­rin­nen um Prof. Dr. Klaus Seng­stock am In­sti­tut für La­ser­phy­sik der Uni­ver­si­tät Ham­burg be­wie­sen: Ihnen ist es erst­mals ge­lun­gen, die Aus­rich­tung von Ma­gne­ten in einem Licht­git­ter frei fest­zu­le­gen. Ihre neuen Er­kennt­nis­se sind im Juli in der On­line-​Aus­ga­be der „Sci­ence“ ver­öf­f­ent­licht wor­den.
Die Ham­bur­ger La­ser­phy­si­ker ex­pe­ri­men­tie­ren seit Jah­ren an Ato­men bei Tem­pe­ra­tu­ren nahe dem ab­so­lu­ten Null­punkt. Sperrt man diese Atome in ein op­ti­sches Git­ter, eine Über­la­ge­rung von La­ser­strah­len , so ver­hal­ten sie sich wie klei­ne, ein­zel­ne Ma­gne­te. Diese Mi­nima­gne­ten rich­ten sich wie Kom­pass­na­deln auf einem Na­gel­brett in be­stimm­ten Mus­tern aus. Wie genau, das ist ab­hän­gig von der An­ord­nung und der Wech­sel­wir­kung der be­nach­bar­ten Ma­gne­te.

Indem sie das Git­ter mit einer spe­zi­el­len Tech­nik be­weg­ten, konn­ten die La­ser­phy­si­ker aus Ham­burg die Aus­rich­tung der Ma­gne­te nun erst­mals ge­zielt ma­ni­pu­lie­ren. Sie form­ten ver­schie­de­ne Ma­gne­ti­sie­rungs­zu­stän­de und rie­fen die spon­ta­ne Bil­dung von Be­rei­chen glei­cher Ma­gne­ti­sie­rung im Git­ter her­vor. Theo­re­tisch hat­ten Phy­si­ker die­ses Phä­no­men im Ma­gne­tis­mus schon län­ger er­war­tet, ex­pe­ri­men­tell konn­ten sie es nicht be­wei­sen.

Op­ti­on auf schnel­le­re Spei­cher­me­di­en

„Un­se­re Ent­de­ckung mar­kiert einen neuen Zu­gang zum Ma­gne­tis­mus, von dem wir uns in Zu­kunft weit­rei­chen­de Er­kennt­nis­se in der Grund­la­gen­for­schung er­hof­fen“, er­klärt Pro­fes­sor Seng­stock. Bis­her war eine Ver­än­de­rung von Ma­gnet­aus­rich­tun­gen nur sehr ein­ge­schränkt mög­lich, zum Bei­spiel über eine enor­me Er­hit­zung, wobei die Kon­trol­le über den re­sul­tie­ren­den Zu­stand nicht ge­lang.

Mög­li­che An­wen­dungs­ge­bie­te sehen die La­ser­phy­si­ker unter an­de­rem in der Spei­cher­tech­nik, da Com­pu­ter-​Fest­plat­ten auf Ma­gne­tis­mus be­ru­hen. „Das neu ge­ne­rier­te Wis­sen kann dann zu ul­tra-​schnel­le Spei­cher­me­di­en wie USB-​Sticks und Fest­plat­ten füh­ren“, so Pro­fes­sor Seng­stock.

Die Ar­bei­ten des For­scher­teams wur­den am In­sti­tut für La­ser­phy­sik und Zen­trum für op­ti­sche Quan­tentech­no­lo­gi­en des Fach­be­reichs Phy­sik an der Uni­ver­si­tät Ham­burg mit Un­ter­stüt­zung einer Theo­rie-​Ar­beits­grup­pe am In­sti­tut de Ciències Fotòni­ques in Bar­ce­lo­na durch­ge­führt. Fi­nan­zi­ell un­ter­stützt wurde das Pro­jekt von der DFG-​For­schungs­grup­pe „Strong Cor­re­la­ti­ons in mul­ti­fla­vor ul­tra­cold quan­tum gases“ und dem Gra­du­ier­ten­kol­leg „Phy­sik mit neu­ar­ti­gen ko­hä­ren­ten Strah­lungs­quel­len“. Zudem stan­den Mit­tel der Lan­desex­zel­len­zin­itia­ti­ve Ham­burg zur Ver­fü­gung.
A. Bärt­hel
 



Kon­takt:

Prof. Dr. Klaus Seng­stock
In­sti­tut für La­ser­phy­sik
Fa­kul­tät für Ma­the­ma­tik, In­for­ma­tik und Na­tur­wis­sen­schaf­ten

t. 040.8998-​5201
e. sengstock@​physnet.​uni-​ham­burg.de

Dr. Pa­trick Wind­pas­sin­ger
In­sti­tut für La­ser­phy­sik
Fa­kul­tät für Ma­the­ma­tik, In­for­ma­tik und Na­tur­wis­sen­schaf­ten

t. 040.8998-​5204
e. pwindpas@​physnet.​uni-​ham­burg.de

Ab­stract bei Sci­ence Ex­press

Down­load

RSS-​Feed

 
Home | Impressum | Datenschutz | Kontakt