UHH Newsletter

Mai 2010, Nr. 14

CAM­PUS

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Kon­takt:

Prof. Dr. Kris­tin Büh­rig

In­sti­tut für Ger­ma­nis­tik I
Uni­ver­si­tät Ham­burg

Von-​Mel­le-​Park 6
20146 Ham­burg

t. 040.42838-​4775
e. kristin.​buehrig@​uni-​ham­burg.de

An­wen­dungs­po­ten­zia­le geis­tes­wis­sen­schaft­li­cher For­schung für die Ge­sell­schaft: Der Trans­fer­be­reich Mehr­spra­chig­keit legt Er­geb­nis­se vor

Mehr­spra­chig­keit im ge­sell­schaft­li­chen All­tag ist für viele längst die Regel. In einer Ge­sell­schaft, in der viele Kul­tu­ren Platz haben, und in einer sich zu­neh­mend ver­net­zen­den Wirt­schafts­welt soll­te der Um­gang mit frem­den Spra­chen auch für die Kin­der­gärt­ne­rin, den Mit­ar­bei­ter eines gro­ßen Un­ter­neh­mens und den deut­schen Arzt selbst­ver­ständ­lich sein. Wel­che Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen die mehr­spra­chi­ge Ge­sell­schaft mit sich bringt, das un­ter­sucht der Trans­fer­be­reich des SFB Mehr­spra­chig­keit an der Uni­ver­si­tät Ham­burg zu­sam­men mit sei­nen Part­ne­r­in­sti­tu­tio­nen.
Als bun­des­weit ers­ter von der DFG ge­för­der­ter Trans­fer­be­reich auf dem Ge­biet der Geis­tes­wis­sen­schaf­ten kommt dem Trans­fer­be­reich des Son­der­for­schungs­be­rei­ches „Mehr­spra­chig­keit“ der Uni­ver­si­tät Ham­burg eine be­son­de­re Be­deu­tung zu. In fünf Pro­jek­ten wur­den For­schungs­er­geb­nis­se aus dem SFB in un­ter­schied­li­chen Be­rei­chen der Ge­sell­schaft an­ge­wen­det, dabei ging es vor allem um die Sen­si­bi­li­sie­rung für Pro­ble­me der Mehr­spra­chig­keit im All­tag und die Ent­wick­lung ent­spre­chen­der Fort­bil­dungs-​ und Lehr­ma­te­ria­li­en.

Spra­che ist der Schlüs­sel zur Ge­mein­schaft

In dem Pro­jekt „Va­rie­tä­ten des Eng­li­schen in der gym­na­sia­len Ober­stu­fe“ wur­den bei­spiels­wei­se Un­ter­richts­ma­te­ria­li­en er­stellt, in denen Schü­ler/innen mit ver­schie­de­nen Va­rie­tä­ten des Eng­li­schen ver­traut ge­macht wer­den. Diese Va­rie­tä­ten wer­den in einer zu­neh­mend kom­mu­ni­ka­tiv glo­ba­li­sier­ten Welt eine immer wich­ti­ge­re Rolle spie­len (Prof. Dr. Peter Sie­mund).

Im „Qua­li­fi­zie­rungs­mo­dul zu Spra­che, Sprach­ent­wick­lung, Sprach­er­werbs­stö­rung und Mehr­spra­chig­keit für Er­zie­he­rin­nen“ wur­den Ma­te­ria­li­en zur bes­se­ren Sprach­dia­gnos­tik ent­wi­ckelt, die zur Wei­ter­bil­dung von Ki­Ta-​Mit­ar­bei­ter/innen ein­ge­setzt wer­den kön­nen, um diese für Sprach­ent­wick­lungs­stö­run­gen von ein- und mehr­spra­chi­gen Klein­kin­dern zu sen­si­bi­li­sie­ren (Prof. Dr. Mo­ni­ka Ro­thwei­ler).

In dem Pro­jekt „For­schungs­be­zo­ge­ne Un­ter­stüt­zung des spa­ni­schen Er­gän­zungs­un­ter­richts in Deutsch­land“ wurde ein Modul ent­wi­ckelt, dass den spa­ni­schen Er­gän­zungs­un­ter­richt für deutsch-​spa­nisch­spra­chi­ge Kin­der in Deutsch­land op­ti­miert (Prof. Dr. Con­xi­ta Lleó). Dafür wur­den Un­ter­richts­ma­te­ria­li­en er­stellt, die in einer Klas­se aus Bre­men er­folg­reich ge­tes­tet wur­den.

Spra­che als Her­aus­for­de­rung

Ein wei­te­res Pro­jekt be­schäf­tig­te sich mit dem Eng­li­schen als Ver­kehrs­spra­che und ent­wi­ckel­te ein Fort­bil­dungs­mo­dul zur „Tex­t­op­ti­mie­rung in der mehr­spra­chi­gen Wirt­schafts­kom­mu­ni­ka­ti­on“ (Prof. Dr. Dr. h.c. Ju­lia­ne House). Das Modul geht ins­be­son­de­re auf kom­mu­ni­ka­tiv her­aus­for­dern­de Hand­lun­gen wie z.B. Be­schwer­den und Re­kla­ma­tio­nen sowie auf spe­zi­fi­sche An­for­de­run­gen der Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on ein.

Im Trans­fer­pro­jekt „Ent­wick­lung und Eva­lu­ie­rung eines Fort­bil­dungs­mo­duls für zwei­spra­chi­ge Kran­ken­haus­mit­ar­bei­ter“ wurde ein Lehr­pro­gramm für mehr­spra­chi­ge Pfle­ge­kräf­te ent­wi­ckelt (Prof. Dr. Kris­tin Büh­rig & Dr. Bernd Meyer). Wenn es bei der Ver­sor­gung von Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten mit ge­rin­gen Deutsch­kennt­nis­sen zu Ver­stän­di­gungs­pro­ble­men kommt, sprin­gen oft mehr­spra­chi­ge Pfle­ge­kräf­te ein und wer­den aus dem Steg­reif als Dol­met­scher tätig. Um Pfle­ge­kräf­te bei der Be­wäl­ti­gung der dabei ent­ste­hen­den Her­aus­for­de­run­gen zu un­ter­stüt­zen, wurde eine Fort­bil­dungs­rei­he mit dem Fokus auf das Über­brin­gen „schlech­ter Nach­rich­ten“ ent­wi­ckelt.

Er­folg­rei­che Trans­fer­leis­tun­gen

Ein Kern­punkt von Trans­fer, also der Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen Part­nern aus Wis­sen­schaft und Ge­sell­schaft, ist, dass beide Sei­ten von­ein­an­der pro­fi­tie­ren. Die Er­kennt­nis­se der Wis­sen­schaft hel­fen dabei, die Her­aus­for­de­run­gen des mehr­spra­chi­gen All­tags bes­ser zu meis­tern. Um­ge­kehrt er­fährt die Grund­la­gen­for­schung durch die Pra­xis neue Im­pul­se, die ge­zielt auch in der Lehre ein­ge­setzt wer­den kön­nen.

Die Bi­lanz des Trans­fer­be­rei­ches mach­te vor allem eins deut­lich: Die Geis­tes­wis­sen­schaf­ten leis­ten einen wich­ti­gen Bei­trag zum Wis­sens­trans­fer in die Ge­sell­schaft. Die Test­pha­sen der Pro­jek­te ver­lie­fen äu­ßerst er­folg­reich. Daher sol­len die ent­wi­ckel­ten Lehr­ma­te­ria­li­en z.B. über Schul­buch­ver­la­ge oder im In­ter­net für eine brei­te­re An­wen­dung zu­gäng­lich ge­macht wer­den.

Mehr unter: www.uni-​ham­burg.de/sfb538/pro­jek­te.html
SFB 538/Red.
 
 
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