WeBi – Wehrhafte Demokratie im Bildungswesen

Foto: Mina Esfandiari
In der Weimarer Republik reagierte die demokratisch motivierte Erwachsenenbildung spät auf den Druck des Nationalsozialismus und strebte lange vermeintlich politische Neutralität an. Welche Lehren können wir aus dieser Zeit für die Gegenwart ziehen, in der auf Menschenfeindlichkeit und Rassismus fußender Populismus und die freiheitlich demokratische Grundordnung ablehnender Extremismus erneut Bildungsanbieter unter Druck setzt? Neutralität wird zu einem Kampfbegriff, um Diskurse hierüber im Bildungswesen zu legitimieren. Was geschieht, wenn Teilnehmende z.B. auf Menschenfeindlichkeit und Rassismus fußende rechtspopulistische Ansichten vertreten? Werden Kursleitende unter Druck gesetzt? Haben sie aufgrund des öffentlichen Auftrages eine Pflicht, diesem und im Sinne der Verfassungstreue entgegenzutreten? Gibt es geeignete Beschwerdestellen?
Das Citizen Science Projekt „Wehrhafte Demokratie im Bildungswesen“ führt erstmals eine systematische Bestandsaufnahme durch. Das Projekt erfasst, wie Erwachsenenbildungseinrichtungen von auf Menschenfeindlichkeit und Rassismus fußendem Populismus betroffen sind und wie sie darauf reagieren. Es verbindet wissenschaftliche Perspektiven mit praktischen Erfahrungen und bindet Erziehungswissenschaftsstudierende als forschende Akteur:innen ein. Mit Unterstützung des Deutschen Volkshochschul-Verbands wird eine Onlinebefragung in ganz Deutschland durchgeführt. Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit der Erwachsenenbildung zu sichern und wirkungsvolle Reaktionsformen zu identifizieren, um diese der Praxis zur Verfügung zu stellen.
Transferprojekt "WeBi – Wehrhafte Demokratie im Bildungswesen"
Projektleitung Prof. Dr. Anke Grotlüschen (Fakultät für Erziehungswissenschaft, EW 3, Professur für Lebenslanges Lernen)
Kooperationspartner:innen
- Uwe Grieger (Hamburger Volkshochschule)
- Anette Borkel (Hamburger Volkshochschule)
- Sylvia Kränke (Landesverband der Volkshochschule Thüringen)
- Sascha Rex (Deutscher Volkshochschul-Verband)
- Lisa Freigang (Deutscher Volkshochschul-Verband)