UHH Newsletter

April 2013, Nr. 49

FOR­SCHUNG

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Stu­die zeigt: Neue E-​Book-​Re­a­der ver­än­dern Le­se­ver­hal­ten. Foto: Foto: UHH/Schell



Kon­takt

Dr. Ed­li­ra Shehu
In­sti­tut für Mar­ke­ting und Me­di­en

t. 040.42838-​8723
e. edlira.​shehu@​uni-​ham­burg.de

Stu­die zeigt: Neue E-​Book-​Re­a­der ver­än­dern Le­se­ver­hal­ten

E-​Books wer­den seit Jah­ren be­lieb­ter – immer mehr Le­se­rin­nen und Leser grei­fen zu den For­ma­ten auf mo­der­nen Le­se­ge­rä­ten. Bis­her wur­den die di­gi­ta­len Ver­sio­nen le­dig­lich als Ge­fahr für ge­druck­te Bü­cher an­ge­se­hen. Doch eine neue Stu­die des In­sti­tuts für Mar­ke­ting und Me­di­en der Uni­ver­si­tät Ham­burg zeigt, dass durch die Ver­wen­dung von E-​Book-​Le­se­ge­rä­ten, ins­be­son­de­re durch Ta­blets und deren Nut­zungs­mög­lich­kei­ten, auch an­de­re Me­di­en­pro­duk­te ver­mehrt ver­drängt wer­den.
Das Team um Prof. Dr. Mi­chel Cle­ment hat un­ter­sucht, wie an­de­re Me­di­en­märk­te durch die zu­neh­men­de Nach­fra­ge nach E-​Books be­ein­flusst wer­den. Die For­sche­rin­nen und For­scher stell­ten fest, dass das größ­te Ver­än­de­rungs­po­ten­zi­al vor allem von der neuen Ge­ne­ra­ti­on der E-​Book-​Le­se­ge­rä­te aus­geht, die neben dem Lesen von E-​Books eine al­ter­na­ti­ve Nut­zung zahl­rei­cher di­gi­ta­ler Ser­vices er­mög­li­chen, wie z.B. So­ci­al Net­works und On­line-​Zei­tun­gen. Ent­spre­chend ist die Ver­lo­ckung groß, in be­stimm­ten Si­tua­tio­nen das Gerät nicht zum Lesen von E-​Books zu nut­zen, son­dern im In­ter­net zu sur­fen.

Wett­be­werb um ein be­schränk­tes Zeit­bud­get

„E-​Books kon­kur­rie­ren mit einer Viel­zahl von Me­di­en­an­ge­bo­ten, z.B. On­line-​Zei­tun­gen, die je nach den in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­sen der Nut­ze­rin­nen und Nut­zer in be­stimm­ten Si­tua­tio­nen dem E-​Book vor­ge­zo­gen wer­den“, fas­sen Dr. Ed­li­ra Shehu und Tim Pro­st­ka vom In­sti­tut für Mar­ke­ting und Me­di­en der Uni­ver­si­tät Ham­burg und In­itia­to­ren der Stu­die, die Er­geb­nis­se zu­sam­men. Somit lau­fen in­zwi­schen die E-​Books Ge­fahr, von den neuen Nut­zungs­mög­lich­kei­ten ver­drängt zu wer­den. Man spricht in die­sem Fall von einer Kan­ni­ba­li­sie­rung der E-​Books durch die an­de­ren Pro­duk­te.

Das Kan­ni­ba­li­sie­rungs­po­ten­zi­al in der Buch­bran­che ist be­son­ders hoch, da die bis­he­ri­gen Le­se­ge­wohn­hei­ten der tra­di­tio­nel­len Buch-​Viel­le­se­rin­nen und -​le­ser durch die neuen Mög­lich­kei­ten der Le­se­ge­rä­te nach­hal­tig ver­än­dert wer­den. Für Ver­la­ge und Buch­han­del er­ge­ben sich hier­aus Kon­se­quen­zen: Nur wenn es ge­lingt, E-​Book-​An­ge­bo­te so zu kon­zi­pie­ren, dass sie im Wett­be­werb um das be­schränk­te Zeit­bud­get der Le­se­rin­nen und Leser be­ste­hen kön­nen, kann die Nach­fra­ge nach Buch­in­hal­ten lang­fris­tig er­höht wer­den. An­de­ren­falls wer­den E-​Book-​Nut­ze­rin­nen und Nut­zer ihre Ge­rä­te zu­künf­tig we­ni­ger zum Lesen von E-​Books nut­zen, son­dern auf al­ter­na­ti­ve An­ge­bo­te wie etwa Fa­ce­book zu­rück­grei­fen.

Re­prä­sen­ta­ti­ve Be­fra­gung

Neben der Eig­nung un­ter­schied­li­cher Me­di­en­ak­ti­vi­tä­ten und Pro­duk­te zur Be­frie­di­gung in­di­vi­du­el­ler Be­dürf­nis­se haben sich Pro­fes­sor Dr. Mi­chel Cle­ment, Tim Pro­st­ka und Dr. Ed­li­ra Shehu auch mit der Kon­kur­renz zwi­schen E-​Books und ge­druck­ten Bü­chern be­fasst. Die Stu­die ba­siert auf einer re­prä­sen­ta­ti­ven Um­fra­ge unter 1.015 E-​Book-​Le­se­rin­nen und -​Le­sern, die im Som­mer 2012 in­iti­iert wurde. Die Stich­pro­be ist gemäß Alter, Ge­schlecht und Ein­kom­men re­prä­sen­ta­tiv für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land.
PM/Red.
 



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