UHH Newsletter

De­zem­ber 2010, Nr. 21

CAM­PUS

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Zu ihren Haus­tie­ren haben Men­schen oft ein sehr in­ni­ges Ver­hält­nis, Foto: © Ma­ry­line Weynand / pi­xelio.de



Kon­takt:

Prof. Dr. Bir­git Pfau-​Ef­fin­ger
Uni­ver­si­tät Ham­burg
In­sti­tut für So­zio­lo­gie

t. 040.42838-​3810
e. info@​gsa-​ham­burg.org

Home­page der GSA

Mensch-​Tier-​Be­zie­hung be­schäf­tigt neue For­schungs­grup­pe

Am 10. No­vem­ber hat die „Group for So­cie­ty & Ani­mals Stu­dies“ (GSA) ihre Grün­dung ge­fei­ert. Sie ist deutsch­land­weit die erste so­zi­al­wis­sen­schaft­li­che For­schungs­grup­pe, die sich dem viel­schich­ti­gen Ver­hält­nis von Men­schen und Tie­ren wid­met.
In un­se­rer west­li­chen In­dus­trie­ge­sell­schaft er­fül­len Tiere ganz un­ter­schied­li­che Funk­tio­nen. Wäh­rend Men­schen ihre Hunde, Wel­len­sit­ti­che und Hams­ter oft in­ten­siv be­treu­en, nut­zen sie Schwei­ne und Rin­der als Res­sour­cen für Nah­rung oder Klei­dung. Eine neue For­schungs­grup­pe des In­sti­tuts für So­zio­lo­gie be­schäf­tigt sich mit Fra­gen rund um die am­bi­va­len­te Be­zie­hung der Men­schen zu Tie­ren.

Tiere in ver­än­der­ter Wahr­neh­mung

Pro­fes­so­rin Bir­git Pfau-​Ef­fin­ger ist die Ko­or­di­na­to­rin der GSA, der sie­ben Dok­to­ran­din­nen und Dok­to­ran­den sowie wei­te­re Stu­die­ren­de der Uni­ver­si­tät Ham­burg an­ge­hö­ren. Ihrer An­sicht nach hat sich das Mensch-​Tier-​Ver­hält­nis in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten in Deutsch­land stark ver­än­dert – der Wert der Tiere und ihre Be­dürf­nis­se wür­den ver­stärkt wahr­ge­nom­men.

„Immer mehr Men­schen sehen Tiere als Wesen, die ein Be­wusst­sein, einen Wil­len und Ge­füh­le haben. Diese Men­schen sind über­zeugt davon, dass Tiere uns sehr ähn­lich sind und dass wir sie ent­spre­chend be­han­deln soll­ten", so Pro­fes­so­rin Pfau-​Ef­fin­ger. Al­ler­dings be­zie­he sich diese Zu­nei­gung oft nur auf Haus­tie­re. Das Lei­den von Nutz­tie­ren hin­ge­gen werde von vie­len Men­schen aus­ge­blen­det, da ihre Tö­tung „hin­ter den Ku­lis­sen“ durch­ge­führt wird. Doch auch hier ent­wi­ckelt sich die Ge­sell­schaft wei­ter. „Das Thema Tier­rech­te steht heute auf der Ta­ges­ord­nung. Die Men­schen in­ter­es­sie­ren sich dafür, und ei­ni­ge zie­hen Kon­se­quen­zen: die Zahl der Ve­ge­ta­ri­er hat sich in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren ver­zehn­facht“, so Pfau-​Ef­fin­ger.

So­zi­al­wis­sen­schaft­li­che „Ani­mal­Stu­dies“

In Me­di­en, Kul­tur und Po­li­tik wird das Mensch-​Tier-​Ver­hält­nis immer in­ten­si­ver dis­ku­tiert, in der Wis­sen­schaft da­ge­gen kaum. Die „Group for So­cie­ty & Ani­mals Stu­dies“ an der Uni­ver­si­tät Ham­burg möch­te  dazu bei­tra­gen, diese Lücke zu fül­len. Sie will einen so­zio­lo­gi­schen Bei­trag zum wis­sen­schaft­li­chen For­schungs­feld der „Hu­man-​Ani­mal-​Stu­dies“ (auch “Ani­mal Stu­dies” oder “An­thro­zoo­lo­gy”) leis­ten, das sich im eng­lisch­spra­chi­gen wis­sen­schaft­li­chen Dis­kurs in den letz­ten Jah­ren als in­ter­dis­zi­pli­nä­res For­schungs­feld her­aus­ge­bil­det hat.

Das Ziel der Grup­pe ist es, qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge For­schung auf die­sem Ge­biet durch­zu­füh­ren. Die GSA strebt die Ein­wer­bung von Dritt­mit­teln für die For­schung und Pu­bli­ka­tio­nen in deut­schen und in­ter­na­tio­na­len wis­sen­schaft­li­chen Zeit­schrif­ten an. Im Früh­jahr 2011 er­scheint ein Sam­mel­band mit ers­ten For­schungs­er­geb­nis­sen. Wei­ter sind Dis­ser­ta­tio­nen zum Thema ge­plant, au­ßer­dem wer­den Work­shops, Ta­gun­gen und Vor­trags­rei­hen or­ga­ni­siert.
Red.
 
 
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